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KYC 1/2/3: Was ist der Unterschied?

KYC L1 prüft nur Handynummer und E-Mail und erlaubt lediglich einen Kartentest mit kleinem Betrag. L2 fügt Ausweisdokument und Gesichtserkennung hinzu und schaltet die üblichen Konsumlimits sowie ATM-Nutzung frei. L3 verlangt Adressnachweis und Nachweis der Mittelherkunft, richtet sich an vermögende Privatkunden oder institutionelle Kunden, bietet die höchsten Limits, aber auch die strengste Prüfung.

Die KYC-Abstufung ist ein Kompromiss, den Kartenanbieter zwischen „Compliance-Pflichten” und „Nutzererlebnis” eingehen. Je niedriger die Stufe, desto einfacher die Prüfung – aber desto weniger Limit und Funktionen stehen zur Verfügung. Je höher die Stufe, desto mehr Unterlagen sind einzureichen – dafür werden auch mehr Rechte freigeschaltet. Die konkreten Schwellenwerte und Limits jeder Stufe unterscheiden sich zwischen den Anbietern, doch die Logik der Dokumentenstufen ist weitgehend einheitlich: Kontaktdaten → Identität → finanzieller Hintergrund.

L1: Basisverifizierung – nur Handy / E-Mail

L1 ist die niedrigste Hürde bei der Kontoeröffnung. Üblicherweise erforderlich sind nur:

Auf dieser Stufe kann die Karte praktisch nur für kleine Testausgaben genutzt werden: etwa um zu prüfen, ob sich die Karte mit Apple Pay verbinden lässt oder bei einem bestimmten Händler funktioniert. Das monatliche Ausgabenlimit ist in der Regel sehr niedrig angesetzt, und häufig ist weder ATM-Abhebung noch grenzüberschreitende Zahlung mit hohem Betrag möglich. L1 existiert vor allem, damit Nutzer das Produkt testen können, bevor sie vollständige Unterlagen einreichen.

Einschätzung der Redaktion: Wer eine Karte langfristig mit Abos wie ChatGPT Plus oder Claude Pro verknüpfen möchte, sollte nicht auf L1 verharren. L1-Nutzer sind eher davon betroffen, wenn Risikokontrollregeln verschärft werden und Limits im großen Umfang eingefroren werden.

L2: Identitätsprüfung – der Normalzustand für die meisten Nutzer

L2 ist die Zielstufe für die überwiegende Mehrheit der Privatnutzer. Typische Anforderungen:

Nach Bestehen von L2 werden in der Regel folgende Funktionen freigeschaltet: deutlich höheres monatliches Ausgabenlimit, ATM-Abhebung, grenzüberschreitendes Bezahlen, Verknüpfung mit gängigen Zahlungs-Wallets. Auf dieser Stufe erfüllen die Kartenanbieter bereits die Compliance-Anforderungen der meisten Jurisdiktionen zur Identifizierung von Privatkunden und sind daher bereit, das Limit auf ein „für den Alltag ausreichendes” Niveau anzuheben. Die konkreten Zahlen richten sich nach den offiziellen Angaben der jeweiligen Anbieter – hier werden bewusst keine konkreten Limits genannt, um Missverständnisse zu vermeiden. Einen detaillierten Vergleich finden Sie in den jeweiligen offiziellen Limit-Tabellen im MPCard-Test, Bybit-Card-Test und RedotPay-Test.

L3: Erweiterte Sorgfaltspflicht – für vermögende Kunden und Institutionen

L3 (auch EDD, Enhanced Due Diligence genannt) richtet sich an Nutzer mit hohen Beträgen. Zusätzlich zu allen Unterlagen von L2 müssen weitere eingereicht werden:

L3 schaltet nicht nur höhere Limits frei, sondern auch Einzahlungen über Firmenkonten, individuelle BINs und exklusiven Kundensupport. Der Prüfungszeitraum ist ebenfalls länger und erfordert häufig 1–5 Werktage manuelle Verifizierung.

Unterschiede zwischen Karten: gleiche Bezeichnung, unterschiedliche Hürden

Besonders zu beachten: Auch wenn zwei Anbieter beide „L2” nennen, können sich die geforderten Unterlagen und die gewährten Limits stark unterscheiden. Manche Plattformen verlangen für L2 nur Ausweis plus Selfie, andere fordern zusätzlich einen Fragebogen oder eine Historie verknüpfter Börsenkonten. Vor der Entscheidung, welche Stufe angestrebt werden soll, empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle KYC-Seite der jeweiligen Karte, um die aktuelle Dokumentenliste und Limit-Tabelle zu prüfen – diese Zahlen können sich mit Änderungen der Compliance-Vorgaben verschieben.

Empfehlung der Redaktion

Weiterführende Lektüre zum Compliance-Hintergrund: Compliance-Lage von USDT-Karten in der EU, Lizenzierungssituation in Hongkong; wer über eine „Karte ohne KYC” nachdenkt, sollte zunächst die Risiken von Karten ohne KYC lesen.

FAQ

Q. Kann man dauerhaft auf L1 bleiben?
Ja, aber L1 reicht in der Regel nur für Testausgaben. Vor der Anbindung langfristiger Abos wie ChatGPT oder Claude empfiehlt sich ein Upgrade auf L2, um ein Einfrieren durch Risikokontrollen zu vermeiden.
Q. Ist L3 zwingend erforderlich?
Für Privatnutzer normalerweise nicht. L3 richtet sich vor allem an Nutzer mit monatlichen Ausgaben im fünfstelligen Bereich, großen grenzüberschreitenden Überweisungen oder institutionelle Kartenkonten.
Q. Wie lange dauert ein KYC-Upgrade?
L2 dauert in der Regel wenige Minuten bis Stunden. L3 erfordert eine manuelle Prüfung von Adressnachweis und Nachweisdokumenten zur Mittelherkunft und dauert häufig 1–5 Werktage.