Deutsch · 中文 · English

Goldman-Sachs-CEO unterstützt den 'nicht perfekten" CLARITY Act: Wo die Stablecoin-Klauseln hängen und was USDT-Kartennutzer beachten sollten

2026-08-03

Goldman-Sachs-CEO David Solomon hat öffentlich erklärt, das derzeit im Kongress verhandelte Marktstrukturgesetz für Kryptowerte, den CLARITY Act, zu unterstützen – zugleich sagte er unmissverständlich, dass dieses Gesetz „nicht perfekt” sei, insbesondere weil Banken und Finanzinstitute weiterhin Vorbehalte gegenüber den darin enthaltenen Stablecoin-Klauseln haben. Diese Aussage geht auf einen Bericht von Cointelegraph zurück, vor dem Hintergrund, dass die Abstimmung über das Gesetz erwartungsgemäß näher rückt.

Zunächst die überprüfbaren Fakten zum Gesetz selbst: Die Fassung des CLARITY Act aus dem Repräsentantenhaus ist H.R.3633 (Digital Asset Market Clarity Act of 2025), die am 17. Juli 2025 im Repräsentantenhaus mit 294 Ja-Stimmen zu 134 Nein-Stimmen angenommen wurde. Der vollständige Text sowie das Abstimmungsprotokoll sind auf der Gesetzesseite von Congress.gov einsehbar. Im Kern soll das Gesetz die Zuständigkeitsabgrenzung zwischen SEC und CFTC klären – welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere und welche als Rohstoffe gelten. Davon zu unterscheiden ist der GENIUS Act (S.1582, Public Law 119-27), der bereits im Juli 2025 in Kraft getreten ist: Dieser regelt Emission und Reservevorschriften von Stablecoins, während der CLARITY Act die Struktur des Sekundärmarkts betrifft. Genau an der Schnittstelle beider Gesetze liegt der Unmut der Bankenbranche.

Redaktionelle Einordnung: Was das für USDT-Kartennutzer tatsächlich bedeutet

Vorab das Fazit: Diese Nachricht wirkt sich praktisch nicht direkt auf die Karte aus, die Sie in der Hand halten – betroffen ist eigentlich der Einzahlungsweg hinter der Karte.

Der Geldweg bei USDT-Debitkarten verläuft in der Regel dreistufig: On-Chain-USDT → Treuhandkonto beim Kartenherausgeber → Visa/Mastercard-Abrechnungsnetzwerk. Der CLARITY Act regelt die Zuständigkeit zwischen der ersten und zweiten Stufe, nicht die dritte. Deshalb:

Innerhalb von 7 Tagen: Es ist nicht damit zu rechnen, dass ein Kartenherausgeber wegen einer einzelnen CEO-Aussage seine Bedingungen ändert. Innerhalb von 30 Tagen: Beobachtenswert ist, ob der Senatstext veröffentlicht wird und ob die Stablecoin-Klauseln separat behandelt werden. Innerhalb von 90 Tagen: Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden die Verwahrungs- und Market-Making-Regeln für Stablecoins durch lizenzierte US-Institute klarer – langfristig positiv für die US-Dollar-Liquidität von USDT, mit begrenzter Auswirkung auf Kartenherausgeber mit Hongkong-/Singapur-Route.

Historischer Vergleich: Was diesmal anders ist

Anders als beim USDC-Entkoppeln im März 2023. Damals hatte Circle ein Reserve-Exposure von 3,3 Milliarden US-Dollar bei der Silicon Valley Bank, USDC fiel zeitweise auf rund 0,87 US-Dollar – das war ein bereits eingetretener Vorfall auf der Vermögensseite, Nutzer mussten am selben Tag entscheiden, ob sie umschichten. Diesmal handelt es sich um ein Stimmungssignal im Gesetzgebungsprozess, auf der Vermögensseite hat sich nichts verändert – es gibt kein „Was tun heute”-Problem.

Der Zeitverlauf ähnelt eher MiCAR, allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Die Stablecoin-Klauseln der EU-Verordnung MiCAR wurden am 30. Juni 2024 wirksam und ab dem 30. Dezember 2024 vollständig angewendet; im Ergebnis passten mehrere europäische Plattformen bis Ende 2024 ihre USDT-Handelspaare an – dort gab es zuerst ein feststehendes Inkrafttretensdatum, danach Marktreaktionen. In den USA ist es derzeit umgekehrt: Zuerst kommen Stellungnahmen aus der Branche und politisches Ringen, ein Inkrafttretensdatum steht noch nicht fest. Zur EU-Erfahrung siehe den EU-Compliance-Leitfaden.

Der aufschlussreichste Vergleich ist der mit dem GENIUS Act. Vom Vorschlag bis zur Unterzeichnung als Gesetz dauerte es beim GENIUS Act rund ein halbes Jahr – und das nur, weil zwischen beiden Parteien bereits Einigkeit über die Emissionsregeln für Stablecoins bestand. Der CLARITY Act berührt die Machtgrenze zwischen SEC und CFTC – ein strukturell schwierigeres Problem, und genau deshalb wählte Solomon das Wort „nicht perfekt”. Historisch betrachtet werden Finanzgesetze, die Zuständigkeiten zwischen Aufsichtsbehörden neu abgrenzen, in der Regel nicht in einem Durchgang endgültig festgelegt.

Compliance-Grenzen: Was derzeit klar ist

Für normale USDT-Kartennutzer stellen sich die USA-bezogenen Grenzen derzeit so dar:

Zu betonen ist, dass sich die in diesem Artikel genannten Abstimmungstermine und der Gesetzesstatus auf die offizielle Gesetzesseite von Congress.gov stützen; der Bericht von Cointelegraph ist eine Wiedergabe der Aussage des Goldman-Sachs-CEO – wir haben kein Originalvideo oder -transkript von Solomons Äußerung eingesehen.

Vier Punkte, die es künftig zu beobachten gilt

  1. Ob die offizielle Textfassung des entsprechenden Senatsentwurfs veröffentlicht wird – die Suche nach der Nummer des Marktstrukturgesetzes des 119. Kongresses auf Congress.gov ist die zuverlässigste Primärquelle, verlässlicher als jede Medienberichterstattung.
  2. Ob die Stablecoin-Klauseln aus dem Hauptgesetz herausgelöst werden – hier liegt der Kernkonflikt der Bankenbranche. Bei einer Abspaltung steigt die Wahrscheinlichkeit einer Verab