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US-Senatoren an Finanzministerium: GENIUS Act muss Aufsichtsrechte der Bundesstaaten erhalten – Einordnung für USDT-Kartennutzer

2026-06-17

Eine überparteiliche Gruppe von US-Senatoren hat kürzlich einen Brief an das US-Finanzministerium gerichtet, in dem gefordert wird, dass bei der Ausarbeitung der Durchführungsbestimmungen zum GENIUS Stablecoin Act (GENIUS Act) sichergestellt wird, dass der Regulierungsrahmen “die Beteiligung der Bundesstaaten bewahrt und fördert (preserves and promotes State participation)”. Der Kernstreitpunkt dieses Briefes lautet: Sollen Stablecoin-Emittenten einheitlich auf Bundesebene reguliert werden, oder sollen die Aufsichtsbehörden der Bundesstaaten wesentliche Lizenzierungs- und Prüfungsbefugnisse behalten? Der GENIUS Act ist der erste föderale Gesetzesrahmen der USA für Payment Stablecoins und befindet sich derzeit in der entscheidenden Phase, in der das Finanzministerium die Durchführungsbestimmungen ausarbeitet. Die konkrete Formulierung dieser Bestimmungen wird den zukünftigen Compliance-Pfad von USD-Stablecoin-Emittenten wie USDC und PYUSD direkt bestimmen.

Redaktionelle Einordnung: Praktische Auswirkungen auf USDT-Kartennutzer

Vorweg das Fazit – für die überwiegende Mehrheit der USDT-Karten-Nutzer wird diese Nachricht innerhalb von 90 Tagen keine spürbaren Veränderungen mit sich bringen.

Der Grund liegt darin, dass der GENIUS Act “Emission und Reserven von Payment Stablecoins” reguliert – gerichtet an konforme Stablecoins wie Circle (USDC) und PayPal (PYUSD), die im US-Dollar-System emittiert werden, sowie an deren Zuordnung von Bundes- vs. Bundesstaatslizenzen. Der Emittent von Tether (USDT) hat seinen Sitz nicht in den USA; seine USD-Reservestruktur und sein Compliance-Pfad unterscheiden sich von im US-Inland ansässigen Emittenten. Dieser Machtkampf zwischen “Bund vs. Bundesstaat” betrifft daher kurzfristig nicht direkt den Umlauf von USDT selbst.

Es gibt jedoch eine indirekte Auswirkung, die erwähnenswert ist: Der “Ausgang” von USDT-Virtualkarten – also die Abrechnungsebene von Visa/Mastercard – muss Stablecoins nach wie vor in Fiatgeld umwandeln. Ob die Aufsichtsrechte der Bundesstaaten erhalten bleiben, beeinflusst, welche Stablecoins US-lizenzierte kartenausgebende Institute künftig anbinden und nach welchen Reservestandards. Genau deshalb empfehlen wir stets, “Kartenlinie” und “Stablecoin selbst” getrennt zu betrachten.

Zeitfenster: In den nächsten 7 Tagen keine Veränderung; innerhalb von 30 Tagen ist zu beobachten, ob das Finanzministerium einen Entwurf der Durchführungsbestimmungen veröffentlicht; erst innerhalb von 90 Tagen sind mögliche Signale für Compliance-Anpassungen auf Emittentenebene zu erwarten, wobei sich diese Signale zuerst bei USDC und nicht bei USDT zeigen dürften.

Historischer Vergleich: Parallelen und Unterschiede zu MiCAR und dem USDC-Depeg

Dieser Streit um “Aufsichtsrechte der Bundesstaaten” ähnelt im Grunde dem Ringen um die EU-Gesetzgebung MiCAR im Jahr 2023 – beides ist ein Kräftemessen zwischen einheitlichem Rahmen vs. bestehender dezentraler Aufsicht. MiCAR musste damals die Koordination zwischen einer einheitlichen EU-weiten Lizenzierung und der bestehenden Aufsicht der Mitgliedstaaten lösen und mündete letztlich in einem relativ zentralisierten EU-weiten Standard. Die aktuelle Richtung in den USA ist entgegengesetzt: Die Senatoren setzen sich für den “Erhalt der Rechte der Bundesstaaten” ein und tendieren zur Beibehaltung dezentraler Aufsicht – dies steht in der Tradition des US-amerikanischen “Zweigleisigkeitssystems (Bund + Bundesstaaten)” der Finanzaufsicht.

Völlig anders verhält es sich mit dem USDC-Depeg-Ereignis vom März 2023. Damals kam es durch die Offenlegung von Circles Reserven bei der Silicon Valley Bank zu einer kurzzeitigen Entkopplung vom Dollar – ein Problem der Reservetransparenz. Diesmal geht es hingegen um die Zuordnung von Aufsichtskompetenzen, ohne jegliches Reserverisiko. Diese beiden Ereignisse zu vermischen ist ein häufiges Missverständnis – in dieser Nachricht gibt es keinerlei Signal für ein Depeg-Risiko oder Reserverisiko bei irgendeinem Stablecoin.

Regulatorische Auswirkungen: Wo derzeit die Grenzen liegen

Für Leser im chinesischsprachigen Raum ist wichtig zu klären: Der GENIUS Act betrifft nicht direkt die Karte in Ihrer Hand, wird aber neu gestalten, welche Art von Stablecoin-Karte Sie erwerben können.

Wichtig zu betonen: Das Treasury offiziell hat die endgültigen Durchführungsbestimmungen noch nicht veröffentlicht. Derzeit befindet sich alles noch auf der Ebene der gesetzgeberischen Absichtserklärung, weit entfernt von der Umsetzungsebene.

Wichtige Meilensteine, die es zu beobachten gilt

  1. Entwurf der Durchführungsbestimmungen des Finanzministeriums: Zu beobachten ist, ob das Finanzministerium in den kommenden 30–60 Tagen eine öffentliche Konsultation zu den GENIUS-Bestimmungen eröffnet – dies wäre das erste substanzielle Signal für die endgültige Richtung “Bund vs. Bundesstaat”.
  2. Öffentliche Reaktionen von Circle / PayPal: Als US-inländische Emittenten werden ihre Compliance-Stellungnahmen die Gesetzgebungsrichtung am frühesten widerspiegeln.
  3. Änderungen bei Offenlegungsstandards der Reservestruktur von Stablecoins: Sollten die Bestimmungen höhere Reservestandards fordern, würde dies zuerst USDC und nicht USDT betreffen.
  4. Liste angebundener kartenausgebender Institute: Welche Coins künftige Visa/Mastercard-Partnerschaften für Stablecoin-Karten unterstützen, ist das direkteste “Abstimmung mit den Füßen”-Signal für normale Nutzer.

Redaktionelle Empfehlung

Regulatorische Gesetzgebung ist eine langsame Variable, Kartenlinien sind eine schnelle Variable. Wer diese beiden Dinge getrennt betrachtet, lässt sich nicht von jeder einzelnen “Stablecoin-Regulierungsnachricht” emotional mitreißen. usdtcard.net führt keine unabhängigen On-Chain-Tests durch; alle Einschätzungen in diesem Artikel beruhen auf öffentlich zugänglichen offiziellen Informationen der kartenausgebenden Institute und Aufsichtsbehörden.