Das Gesetzgebungsverfahren zum amerikanischen Kryptomarktstrukturgesetz CLARITY Act (Hausversion H.R.3633, 119. Kongress) gewinnt an Fahrt. Einem Bericht des koreanischen Analysehauses Tiger Research zufolge – weitergegeben von der koreanischen Medienplattform Tokenpost, von usdtcard nicht unabhängig verifiziert –, soll ein Kompromiss bei der umstrittensten Klausel erzielt worden sein: „Passive Zinsen”, die allein durch das Halten von Stablecoins entstehen, sollen demnach verboten werden; Belohnungen, die an konkrete „Aktivitäten” wie Abwicklung, Transaktionen oder Staking geknüpft sind, könnten hingegen erlaubt bleiben. Der Bericht urteilt, dass der US-amerikanische Kryptoregulierungsrahmen bis Juli weiter Kontur gewinnen könnte.
Zunächst muss eine Sache klargestellt werden, da sie im letzten Leserfeedback als Verwechslungspunkt auftauchte: CLARITY Act und GENIUS Act sind zwei verschiedene Gesetze. Der GENIUS Act (S.1582) regelt ausschließlich die Ausgabe von Stablecoins und deren Reservepflichten; der CLARITY Act (H.R.3633) ist breiter angelegt und zielt darauf ab, die Zuständigkeiten von SEC (Wertpapieraufsicht) und CFTC (Rohstoffaufsicht) für verschiedene Krypto-Assets klar abzugrenzen. Der in diesem Artikel behandelte „Kompromiss bei indirekten Zinsen” betrifft die Marktstrukturebene. Für den tatsächlichen Verfahrensstand gilt die H.R.3633-Seite auf Congress.gov als maßgebliche Primärquelle – die von den koreanischen Medien erwähnte „Änderung vom 14. Mai” ist eine Sekundärwiedergabe, die wir im Originaltext nicht Wort für Wort prüfen konnten; Leser sollten eigenständig eine Gegenüberprüfung vornehmen.
Was das für USDT-Kartennutzer bedeutet
Unmittelbar betroffen ist nicht die Kartenzahlung selbst, sondern die Ertragsqualität des hinter der Karte liegenden Stablecoin-Guthabens.
- Nutzer, die auf Stablecoin-Erträge angewiesen sind: Einige plattformbasierte Karten (wie Coinbase Card oder Wirex) schütten Belohnungen auf Stablecoin-Guthaben oder gestakte Vermögenswerte aus. Wenn „Zinsen allein durch Halten” als wertpapierähnliche passive Zinsen eingestuft werden, dürften solche „passiven Ertragsprodukte” im US-Markt neu verpackt werden müssen, während „staking- oder abwicklungsgebundene Belohnungen” eher überleben könnten.
- Reine Zahlungsnutzer: Wer USDT lediglich als Ein- und Auszahlungskanal nutzt und die Karte sofort ausgibt, ist kaum betroffen. MPCard, das hauptsächlich auf asiatische virtuelle Visa-Leitungen ausgerichtet ist und keine „Guthabenverzinsung” in den Vordergrund stellt, ist durch passive Zinsklauseln nur gering exponiert.
Zeitfenster-Einschätzung (nachfolgend redaktionelle Einschätzung, kein Gesetzestext):
- Innerhalb von 7 Tagen: Keine Karte wird aufgrund dieser Meldung ihre Gebühren oder Limits anpassen. Es besteht kein Handlungsbedarf.
- Innerhalb von 30 Tagen: Sollte es tatsächlich einen Juli-Meilenstein geben, könnten US-Anbieter mit Fokus auf „Stablecoin-Erträge” beginnen, die Formulierungen ihrer Nutzungsbedingungen anzupassen.
- Innerhalb von 90 Tagen: Dies ist unsere redaktionelle Einschätzung – US-amerikanische ertragsbasierte Produkte stehen unter Druck, ihre „Zins”-Formulierungen umzustrukturieren. Bitte beachten: Dies ist eine Prognose, kein eingetretenes Ereignis.
Wer USDT-Karten vergleicht, findet Orientierung unter Top-5-USDT-Karten 2026 und Niedriggebühren-Kartenvergleich – je nachdem, ob der Schwerpunkt auf „Zahlung” oder „Ertrag” liegt.
Historischer Vergleich
Dieser Kompromiss unterscheidet sich von den beiden vorangegangenen Ereignissen.
- USDC-Depeg 2023: Dabei handelte es sich um ein Reserverisiko (Circles Engagement bei der SVB) – ein Marktereignis, kein Gesetzgebungsvorgang. Das hier ist aktive Gesetzgebung, die Grenzen zieht; die Natur ist eine andere.
- SEC vs. Coinbase 2024: Dort wurde die Aufsichtsgrenze durch Vollzug „im Nachhinein” gezogen, die Regulierungsgrenze tastete sich durch Gerichtspräzedenzfälle vor. Die Logik des CLARITY Act ist präventive Gesetzgebung zur Klärung der SEC/CFTC-Zuständigkeit – ebenfalls eine Grenzziehung, aber der Weg führt von „Rechtsstreit” zu „Regelwerk”.
- GENIUS Act-Reserverahmen: Dieses Gesetz regelt die emissionsseitige Reserveadäquanz; der CLARITY Act regelt die Vermögensklassifizierung. Beide zusammen ergeben erst das vollständige US-Stablecoin-Regulierungspuzzle – eines allein reicht nicht.
Gemeinsamkeit: Beide Entwicklungen schränken die Grauzone „Kann ein Stablecoin wie eine Einlage Zinsen abwerfen?” weiter ein. Unterschied: Diesmal läuft es über ein Gesetzgebungsverfahren; einmal verabschiedet, bietet es mehr Rechtssicherheit als ein Präzedenzfall.
Compliance-Grenzen: Wo die Linie heute verläuft
- Klar erlaubt: Nutzung von USDT/USDC als Zahlungs- und Abwicklungsmedium.
- Tendenziell verboten (sofern Klausel in Kraft tritt): Passive „Zinsen”, die allein durch das Halten entstehen, könnten im US-Markt der Wertpapieraufsicht unterfallen.
- Grauzone, noch offen: Staking, Cashback auf Abwicklungen und andere „aktivitätsgebundene” Belohnungen – genau hier werden Kartenanbieter um Spielraum kämpfen.
US-Nutzer sollten vorrangig den US-Compliance-Leitfaden lesen. Nutzer im asiatisch-pazifischen Raum folgen anderen Leitungen sowie anderen Steuer- und Regulierungslogiken; bitte die jeweiligen Leitfäden konsultieren: Hongkong-Compliance, Japan-Compliance und Singapur-Compliance. Das US-amerikanische „Zinsverbot” sollte nicht pauschal auf asiatisch-pazifische Konten übertragen werden.
Wichtige Meilensteine, die es zu beobachten gilt
- Juli: Der von den koreanischen Medien genannte gesetzgeberische „Wendepunkt”. Den tatsächlichen Statuswechsel bitte direkt im Congress.gov H.R.3633 unter dem Reiter „Actions” verfolgen – nicht über Sekundärquellen.
- Gemeinsame SEC/CFTC-Erklärung: Sobald Zuständigkeitsgrenzen gesetzlich fixiert sind, veröffentlichen beide Behörden üblicherweise ihre Vollzugsauslegung.
- Nutzungsbedingungen der US-Kartenanbieter: Änderungen an der „Rewards / Interest”-Formulierung bei Coinbase- und Circle-Produkten sind das früheste Indiz für die Umsetzung.
- Koordination von GENIUS Act und CLARITY Act: Wenn beide Gesetze zeitversetzt in Kraft treten, kann eine Übergangsphase entstehen, in der Reservepflichten bereits geregelt, Vermögensklassifizierungen aber noch offen sind.
Redaktionsempfehlungen
- Nutzer, die primär zahlen und nicht auf Guthabenzinsen angewiesen sind: Kein Handlungsbedarf. Inhaber von Zahlungskarten wie MPCard sind von dieser Meldung nicht unmittelbar betroffen.
- US-Nutzer, die Erträge auf Stablecoin-Guthaben beziehen: Es empfiehlt sich, bis Juli die Ankündigungsseiten der jeweiligen Anbieter zu beobachten. Nicht voreilig Vermögenswerte einlösen oder verschieben – nur weil eine Sekundärmeldung kursiert.
- Alle Leser: Die in diesem Artikel erwähnten Verfahrensdetails wie „Änderung vom 14. Mai” oder „Verabschiedung im Juli” stammen aus koreanischen Medienberichten und wurden von uns nicht unabhängig verifiziert. Bitte Congress.gov als Primärquelle nutzen. Wer Sekundäraussagen wie „Das Gesetz ist verabschiedet, die Zinsklausel gilt” begegnet, sollte zuerst die Gesetzesseite prüfen, bevor er Entscheidungen trifft.
Wir führen keine unabhängigen On-Chain-Tests durch und treffen keine Vorhersagen über Gesetzgebungsergebnisse. Alle in diesem Artikel genannten Zeitfenster von „30/90 Tagen” sind redaktionelle Einschätzungen und wurden an jeder Stelle als solche gekennzeichnet; die inhärente Unsicherheit der Faktenteile wurde ebenfalls explizit ausgewiesen – das ist der Sinn der Trennung zwischen Sekundärbericht und Primärgesetzestext.