Einige US-Nutzer können eine USDT-Karte erhalten, doch der Weg ist deutlich enger als in anderen Regionen. Entscheidend ist nicht, ob USDT konform ist, sondern ob der Kartenanbieter über eine FinCEN-MSB-Registrierung sowie eine Money Transmitter License (MTL) für den jeweiligen Bundesstaat verfügt. Beide Voraussetzungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Darüber hinaus müssen US-Nutzer ein vollständiges KYC durchlaufen – inklusive SSN, Adressnachweis und gelegentlich einem W-9-Formular – was deutlich aufwendiger ist als für Nutzer in Südostasien oder Lateinamerika.
Welche Anbieter den US-Markt bedienen
Die wichtigsten USDT- bzw. Krypto-Kartenanbieter, die den US-Markt bedienen, sind:
- Coinbase Card: Coinbase verfügt über Lizenzen in allen 50 US-Bundesstaaten (New York BitLicense + jeweilige MTL) und ist die naheliegendste Option für US-Einwohner. Ausgaben werden direkt vom Coinbase-Kontoguthaben abgebucht; USDC wird unterstützt (USDT muss zuerst getauscht werden). Details auf der Coinbase Card Übersichtsseite.
- Crypto.com Visa: In den meisten US-Bundesstaaten verfügbar, jedoch bestanden historisch Einschränkungen in New York, Vermont und Hawaii – maßgeblich ist die offizielle Seite des Anbieters. Details auf der Crypto.com Visa Übersichtsseite.
- BitPay Card: Über die Metropolitan Commercial Bank ausgegeben und für US-Einwohner beantragbar.
Welche Karten den US-Markt ausdrücklich ausschließen
Folgende Anbieter listen die USA in ihren Nutzungsbedingungen ausdrücklich als eingeschränkte Rechtsordnung – die Kontoeröffnung durch US-Einwohner verstößt gegen die jeweiligen ToS:
- Bybit Card: Bybit bedient keine US-Nutzer.
- OKX Card: OKX hat sich seit 2024 aus dem US-Markt zurückgezogen.
- Bitget Wallet Card / Bitget Exchange: Ebenfalls kein Service für US-Nutzer.
- Zahlreiche kleinere „No-KYC”-Anbieter (meist mit südostasiatischer oder europäischer Lizenz) schließen die USA ebenfalls ausdrücklich aus.
Der Versuch, diese Sperren per VPN und ausländischer Adresse zu umgehen, fällt in den Bereich /risks/sanctions – bei einer Risikoprüfung droht im besten Fall eine Kontosperrung, im schlimmsten Fall eine dauerhafte Schließung ohne Widerspruchsmöglichkeit.
Was US-Nutzer zusätzlich beachten sollten
- Steuermeldepflicht: Jede Transaktion mit einer USDT-Karte kann aus Sicht des IRS eine „Veräußerung von Kryptowerten” darstellen und muss auf dem Formular 8949 erfasst werden. Das unterscheidet sich erheblich von der Situation in anderen Ländern.
- Bundesstaatliche Unterschiede: New York, Texas und Kalifornien haben die umfangreichsten Einschränkungen. Prüfen Sie vor der Karteneröffnung, welche Produkte des Anbieters in Ihrem Bundesstaat verfügbar sind.
- Entwicklung der Stablecoin-Gesetzgebung: Seit 2025 schreitet die US-Regulierung für Stablecoins kontinuierlich voran. Die von Anbietern unterstützten Stablecoins können sich künftig ändern. Eine Regulierungsübersicht finden Sie unter /compliance/us.
Redaktionelle Empfehlung
Empfehlenswert: Als US-Einwohner prüfen Sie zunächst auf /compliance/us, welche Anbieter in Ihrem Bundesstaat zugelassen sind, und schließen Sie dann das KYC auf /cards/coinbase-card oder /cards/crypto-com-visa ab. Halten Sie jede Transaktion für steuerliche Zwecke fest.
Nicht empfehlenswert: Registrieren Sie sich nicht per VPN bei Anbietern wie Bybit oder OKX, die den US-Markt ausschließen – die eingesparten Monatsgebühren decken bei weitem nicht den Schaden eines gesperrten Kontos. Vertrauen Sie auch keiner Karte, die „US-kompatibel, ohne KYC” verspricht – solche Produkte bewegen sich nahezu durchweg am Rand von /risks/regulatory-freeze.
Einen Überblick zur Verfügbarkeit in anderen Regionen finden Sie unter Welche Länder unterstützen USDT-Karten.